Saïda Keller-Messahli: Eine Stimme für einen progressiven Islam
Saïda Keller-Messahli, eine bemerkenswerte Persönlichkeit der Schweiz, steht im Mittelpunkt des öffentlichen Diskurses über den Islam und dessen Herausforderungen. Als fünftes von acht Geschwistern in eine ärmliche Landarbeiterfamilie in Tunesien geboren, erlebte sie bereits in ihrer frühen Kindheit, wie Ungerechtigkeiten das Leben von Menschen prägen können. Mit Unterstützung der Organisation «Terre des hommes» fand sie eine Pflegefamilie in Grindelwald, die ihr eine neue Perspektive bot. Diese Erfahrungen formten nicht nur ihren Charakter, sondern auch ihre spätere Mission.
Nach ihrer Rückkehr nach Tunesien stellte sich Keller-Messahli den Herausforderungen ihrer Jugend, schloss das Gymnasium ab und arbeitete unter anderem als Flugbegleiterin bei Saudi Arabian Airlines. Ihr Weg führte sie schließlich an die Universität Zürich, wo sie mit einem Lizenziat in Romanistik, englischer Literatur und Filmwissenschaft im Jahr 1997 abschloss. Ihr berufliches Engagement ist vielfältig: Sie war Gründerin und Geschäftsführerin der «Stiftung für Palästina», Journalistin und Gymnasiallehrerin. Im August 2023 trat sie als Kandidatin auf der Liste der Evangelischen Volkspartei (EVP) für den Nationalrat an.
Keller-Messahli ist eine unerschütterliche Kritikerin des politischen Islams und hat sich für einen liberalen Islam eingesetzt. Durch das Buch „Die Krankheit des Islam“ von Abdelwahab Meddeb wurde sie auf die Probleme innerhalb des Islam aufmerksam und gründete 2004 das «Forum für einen fortschrittlichen Islam». Ihre Worte haben Gewicht: „Der politische Islam richtet sich gegen jede demokratische Ordnung, anerkennt kein menschliches Gesetz und strebt einen Gottesstaat an“, so Keller-Messahli. Diese Haltung hat ihr Gehör über die Grenzen der Schweiz hinaus verschafft, da sie sich mutig für eine Reform innerhalb des Islams einsetzt.
Keller-Messahli wird oft zu öffentlichen Diskussionen eingeladen und ist in der Medienlandschaft präsent, wo sie für die Werte eines modernen, fortschrittlichen Islams wirbt. Sie nutzt ihre Plattform, um das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Reformen im Islam zu schärfen und den Dialog zwischen verschiedenen Kulturen zu fördern. Ihr Einsatz und ihre professionalität machen sie zu einer der „100 wichtigsten Zürcherinnen“ laut der Schweizer Illustrierten und einer inspirierenden Figur für viele, die eine positive Veränderung in ihrer Gesellschaft anstreben.



