Frater Anselm
Frater Anselm steht im Mittelpunkt einer mittelalterlichen Lustkomödie, in der kirchliche Ordnung, gesellschaftliche Sitten und menschliche Schwächen auf amüsante Weise miteinander kollidieren. Seine Aufgabe scheint zunächst eindeutig. Er soll eine Frau aus der Oberschicht wegen ihres lotterhaften Verhaltens zur Rede stellen und sie zur Besinnung bringen. Doch was einfach klingt, entwickelt sich zu einem unterhaltsamen Spiel aus Einmischung, Missverständnissen und übergeordneter Autorität.
Frater Anselm war somit kein Beichtvater. Seine Rolle bestand nicht darin, eine formelle Beichte abzunehmen, sondern vielmehr darin, die Frau zu bestrafen und ihr Verhalten zu kritisieren. Er trat als Ordensmann und moralische Autorität auf allerdings mit deutlich weniger Einfluss, als er zunächst zu besitzen glaubt.



