Talk Georges Schmid

SCHWEIZER BURGERVERBAND | Der neue Präsident des Dachverbands ist Visper

Georges Schmid ist Schweizer Burgerpräsident

Quelle: 1815.ch

Erstmals in seiner 73-jährigen Geschichte wird der Schweizerische Verband der Bürgergemeinden und Korporationen von einem Oberwalliser präsidiert.

Georges Schmid, was bedeutet es Ihnen, als erster Oberwalliser zum Präsidenten des SVBK gewählt zu werden?

«Es ist vor allem eine Herausforderung, den Verband zu übernehmen und die Verantwortung zu tragen. Es ist ein schweizerischer Verband, der sehr vielseitig ist, in welchem viele Kantone vertreten sind und deshalb wird es vor allem eine Herausforderung.»

Was sind die Hauptaufgaben als Präsident des schweizerischen Verbands?

«Es ist ein Dachverband. Zu den Aufgaben gehört die Koordination der kantonalen Verbände, bei Vernehmlassungen mitzumachen, und in der ganzen Schweiz beratend zur Seite zu stehen wenn es um Fragen betreffend Bürgerschaft oder Bürgerrecht geht.»

Wann beginnt Ihre Amtszeit und wie lange dauert sie?

«Die Amtsdauer beträgt jeweils vier Jahre. Der jetzige Präsident hat nach einem Jahr demissioniert, ergo beläuft sich meine Amtszeit noch auf drei Jahre.»

Sie werden also ad interim gewählt. Dürfen Sie nach diesen den drei Jahren noch einmal kandidieren?

«Selbstverständlich. Es gibt keine Begrenzung der maximalen Amtszeit. Mein Vorgänger war alles in allem 17 Jahre im Amt.»

Welche Ziele verfolgt der SVBK?

«In der Schweiz gibt es noch 18 Kantone, in welchen diese Strukturen existieren und das dreisprachig: Tessin, Deutschschweiz, Westschweiz. Es geht darum, dass man die verschiedenen Strömungen und Entwicklungen in den Kantonen versucht unter einen Nenner zu bringen und zu koordinieren, damit wir in jenen Belangen, die uns betreffen, nationalen Einfluss auf die Politik haben kann.»

Gehe ich richtig der Annahme, dass Sie als Burgermeister von Visp über keine politische Macht verfügen?

«Das stimmt, denn es ist auch kein politisches Mandat. Der Burgerrat von Visp wird durch Majorzwahl gewählt und ist nicht parteipolitisch geprägt. Es handelt sich um ein Amt ohne parteipolitische Abhängigkeiten und Bindungen.»

Was muss man sich unter einer Burgerschaft vorstellen, was wird gemacht, was sind die Ziele?

«Auf kommunaler Ebene sind die Burgerschaften von Gesetzes wegen dazu verpflichtet, ihre Vermögen zu bewirtschaften. Das sind in erster Linie die Wälder, von welchen 90% im Kanton den Burgerschaften gehören. Dazu kommen Böden, die bewirtschaftet werden müssen und Gebäude, die ebenfalls bewirtschaftet werden müssen. Wichtig ist auch, die Traditionen zu pflegen, beispielsweise die Gemeindearchive, die es in den Gemeinden erst seit 1874 gibt, da vorher alles in Burgerschaften organisiert war. In der Schweiz gibt es in jedem Kanton eine eigene Entwicklung. Diese sind vielfältig und können als Korporationen, Bürgergemeinden, Burgschaften existieren. Auf nationaler Ebene geht es darum, jene Themen, die einheitlich sind, wie Forstpolitik und das Einbürgerungswesen, zu koordinieren und untereinander zu informieren und Hilfeleistungen macht um diese gemeinschaftlichen Aufgaben zu erfüllen. Letztlich geht es auch um den Erhalt und den Ausbau dieser Institutionen.»

awo

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